Eine Seuche geht durch Deutschland und die ganze Welt. Überall in den Straßen und Städten sieht man seit einiger Zeit Menschen jeden Alters mit ihrem Smartphone herumlaufen, auf der Suche nach digitalen Monstern. Sie schauen nur noch auf ihr Display und nehmen nichts mehr von der realen Welt wahr. Schuld daran ist die App Pokémon Go, ein digitales Reality-Spiel, bei dem der Spieler digitale Monster in der Umgebung findet, die beim Gang durch die Stadt die reale Umgebung anzeigt. Dabei ist die Kamera des Handys eingeschaltet und scannt die Umgebung. Sinn des Spiels ist es, Punkte zu sammeln.

Die Spieler sind so vertieft in die Jagd nach den digitalen Monstern, dass sie ihre Umwelt nicht mehr mitbekommen. Es kam bereits zu Unfällen. Zwei Menschen sind in Kalifornien von einer Klippe gestürzt, weil sie nur noch ihrem Display folgten. Sie fielen 20 Meter tief, und das nur, um virtuelle Punkte zu sammeln. Andere spazieren mitten in den fahrenden Verkehr und bringen sich und andere in Gefahr. Es gab auch einen Fall, bei dem drei Spieler auf der Jagd nach Monstern auf einem Truppenübungsplatz der Bundeswehr landeten, wo gerade scharf geschossen wurde. Ein Mann fuhr beim Jagen der Monster in einen Graben, ein anderer gegen einen Baum.

Was die User dieser App vielleicht nicht wissen, ist, dass sie mit jedem Gang durch die Straßen den Geheimdiensten zuspielen. Das Spiel wurde von Software-Entwicklern der Firma Niantic erfunden, die nicht nur von Anfang an mit Google zu-sammengearbeitet haben, sondern die bei besagtem Pokémon-Spiel auch von der CIA finanziert wurden. Die Absicht der Geheimdienste konzentriert sich darauf, die Pokémon-Go-Nutzer in jedes Gebiet zu locken, von dem sie Video-dokumente brauchen. Die App ist also eigentlich eine Spionage-App, mit der jeder Nutzer zum Zuarbeiter der NSA und des CIA wird. Dazu wird einfach ein virtuelles Monster in ge-nau die Gebiete gesetzt, von denen sie Informationen benötigen. Und die dumme Bevölkerung, vor allem die Jugend, fällt darauf herein. In Horden fallen sie in das Gebiet ein, und zahlreiche Handy-Kameras liefern dann zusammen mit den GPS-Daten in Echtzeit Daten an die CIA. Inzwischen gibt es Nutzer, die ihren GPS-Standort manipulieren, und das Unternehmen Niantic sperrt diese Nutzer für immer. Es wird deutlich warum sie das tun, wenn man den Hintergrund der App kennt: Denn man will keine verfälschten Daten an die Geheimdienste liefern. In den AGBs des Unternehmens findet sich denn auch ein Zusatz, in dem steht, dass „nicht identifizierende Informationen an Dritte für Forschung und Analyse, demografische Profile“ und anderes weitergegeben werden. Im weiteren heißt es, dass das Unternehmen mit den Regierungen und Strafverfolgungsbehörden zusammen-arbeitet und sie alle Informationen über den Nutzer offenlegen dürfen – dem Zugriff auf Kamera, Kontaktlisten, Handykosten, Googlekonto und Emails inklusive. Dem muss der Nutzer vor Spielbeginn zustimmen. Was Google Earth bisher nicht geschafft hat, nämlich in die Wohnhäuser der Men-schen zu kommen, wird mit Pokémon Go möglich. Denn das erste Monster findet sich immer im eigenen Zuhause. Auf diese Weise scannen die Nutzer ihr Haus oder ihre Wohnung und liefern den Geheimdiensten Einblicke in dieselben. Monster finden sich dann in Parks, Straßen, Polizeirevieren, Krankenhäusern und vielen anderen Einrichtungen. Interessanter für NSA & Co. wird es dann noch, wenn die einfache Putzfrau als eifrige Pokémon-Go-Spielerin Monster in einem Unternehmen jagt und so Betriebsspionage möglich wird. Auch Kaufhäuser werden jetzt eingebunden, wobei dem Einzelhandel neue Kunden versprochen werden.

Neulich begegnete ich einer solchen Spielerin, einem schätzungsweise 18 Jahre jungen Mädchen. Ich erklärte ihr, dass sie mit dem Spiel der Datenkrake der NSA auf den Leim geht. Darauf antwortete sie mir mit dem typischen Spruch eines jeden heutigen angepassten Internet- und Facebook-Nutzers: „Ist mir egal. Ich hab ja nichts zu verbergen.“ Doch eines Tages, wenn sie doch einmal regierungskritisch werden sollte, könne genau diese Datenkrake ihr Leben ruinieren, indem sie z.B. ihr Konto sperren lässt. Dies sagte ich ihr. Doch das interessierte sie nicht. Das Mädchen zuckte nur die Achseln und zog mit ihrem Smartphone von dannen, auf der Suche nach dem nächsten Monster, das ihr die Datenkrake an der nächsten Straßenecke vorsetzt.

Pokémon Go ist nur der spielerische Anfang. Geplant sind weitere virtuelle Reality-Programme, die dann nicht mehr übers Smartphone laufen, sondern über Brillen, und später dann über Kontaktlinsen in den Menschen eingespeist werden. Dieser künftige Mensch wird dann wie ferngesteuert durch die Straßen laufen und Realität und Illusion nicht mehr unterscheiden können. Von den Hintergrundmächten gedacht ist es, irgendwann jede Person so unter Kontrolle zu haben, dass sie wissen, was sie sieht, hört und denkt, und dies dann auch noch zu manipulieren. Virtuelle Welt und Realität werden dann vermischt. Der Mensch von morgen geht dann durch die Straßen, sieht virtuell eingeblendete Schriftzüge an Gebäudefassaden oder Schriftzüge an Menschen, die vorbeigehen (z.B. ob jemand gesucht wird, weil er regierungskritisch ist).

Aber…“wir haben ja nichts zu verbergen“….

 

Susanne Sejana Kreth

(erschienen in LICHTSPRACHE Nr. 99, Sept./Okt./Nov. 2016)

 

Beitrag eingestellt am 4.12.2016

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