Autark leben!

Immer mehr Menschen machen sich unabhängig vom System, weil sie wissen, dass es sie bald möglicherweise nicht mehr tragen wird. Ein guter Grund, um sich autark zu machen ist außerdem der Druck, den das sterbende System in fast jedem Bereich auf uns ausübt, ob es die Krankenversicherung ist, der Job, die Bank, das Finanzamt oder andere behördliche Notwendigkeiten, die erfüllt werden sollen. In nahezu allen Bereichen des Lebens sind Veränderungsmöglichkeiten sichtbar. Einige stellen sich ein Gewächshaus in den Garten und bauen einen Teil ihrer Nahrung selbst an. Andere heizen mit Holz oder besorgen sich Solarpanels. Und wieder andere bauen ihr Auto um, damit sie unabhängig von den Benzinpreisen werden. Es gibt sogar Menschen, die komplett aufs Geld verzichten, so wie Heidemarie Schwermer, von der in der „Lichtsprache“ und in etlichen anderen Magazinen schon berichtet wurde. Auch viele junge Familien leben inzwischen gut ohne Geld. Lebensmittel werden aus Containern von Supermärkten geholt, die ihre nicht verkauften oder abgelaufen Lebensmittel einfach wegwerfen. Es gibt viele junge Leute, die „containern“ gehen und sich auf diese Weise ernähren. Die Beute an Lebensmittel ist oft reichhaltig, und es ist erschreckend, wieviel die Märkte – auch Biomärkte – wegwerfen. Viele der sogenannten „Mülltaucher“ machen dies auch aus Überzeugung, weil sie dafür sorgen möchten, dass nicht so viel weggeschmissen wird. Es gibt sogar schon Tauschbörsen im Internet, auf denen Lebensmittel getauscht werden und man Informationen über die Märkte austauscht.

In den USA hat sich eine Bewegung gebildet, die sich un-abhängig von den Großkonzernen mit Nahrung selbst versorgt. Diese Bewegung nennt sich „Community supported Agriculture“. Eine Gruppe von Verbrauchern schließt sich zusammen, stellt einen Landwirt an und macht damit Handel und Transport überflüssig. Mehr als 2500 Kooperativen gibt es bereits in Nordamerika. Auch in Europa kommt dieser jetzt an, und 19 solidarische Landwirtschaftsbetriebe gibt es mittlerweile in Deutschland. Jedes Mitglied zahlt monatlich eine Pauschale und kann dafür vom Bauern so viel Obst und Gemüse abholen, wie er braucht. Beide Seiten profitieren: Der Kunde bekommt frische Lebensmittel, und der Bauer ist gegen schwankende Preise abgesichert.

Junge Familien, die ohne Geld leben, tauschen viel, denn die meisten haben gar kein Konto auf einer Bank. Kleidung sowie Gebrauchsgegenstände bekommen sie geschenkt oder aus Umsonst-Läden. Solche Läden gibt es seit einigen Jahren in fast jeder Stadt. Menschen bringen Dinge dorthin, die sie nicht mehr brauchen, und Menschen, die etwas brauchen, können es sich dort umsonst rausholen. In Bremen gibt es bereits eine Umsonst-Börse im Internet (bei Facebook). Auch die öffentlichen „Bücherschränke“ werden mehr. Dabei handelt es sich um Schränke oder Regale, die auf Plätzen oder in Straßen stehen. Jeder kann Bücher hineinstellen, die er nicht mehr braucht, und andere nehmen sich ein Buch mit. Auch Online-Tausch-Börsen gibt es, und sie haben sich zum Ziel gesetzt, den modernen Kapitalismus zu unterwandern. Auf den Plattformen werden Dienstleistungen und Dinge getauscht, ohne Geld dafür zu bezahlen. Auch das Uni-Projekt „Wohnen für Hilfe“, das bereits in 20 deutschen Städten angelaufen ist, beruht auf dem Teilen. Statt Miete zu zahlen, helfen Studenten ihren Vermietern, die meist älter sind, im Haushalt. Und so werden es immer mehr Menschen, die sich (aus Not oder bewusst) aus dem System ausklinken und ohne Geld ein Leben aufbauen, in dem geteilt statt bezahlt wird.

 

Der gesamte Artikel findet sich in LICHTSPRACHE Nr. 86

 

S. Kreth

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